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Der Begriff Putz ist
in der DIN 18 550 definiert. Demnach wird ein ein- oder mehrlagig
aufgebrachter Wand- oder Deckenbelag aus Putzmörtel oder aus
Beschichtungsstoffen als Putz bezeichnet. Seine endgültigen
Eigenschaften erreicht der Putz erst nach der Härtung (mineralischer
Putz) oder nach der Trocknung (organisch gebundene Putze).
Putze oder Putzbeschichtungen können, je nach Anforderungen
und Verwendungszweck, bauphysikalisch und/oder gestalterische
Aufgaben übernehmen.
Deshalb werden Putze klassifiziert nach ihrer Zusammen-setzung
und Bindemittelmatrix, der Anforderung oder der Oberflächenstruktur.
Putz ist ein Belag aus Putzmörtel oder Beschichtungsstoffen,
der an Wänden, Decken, Beton-stützen und ähnlichem aufgetragen
wird und der einen festen Verbund zum Putzgrund haben muss.
Dabei ist in der Putznorm neu definiert, dass auch die Beschichtungsstoffe
als Putze zu betrachten sind. Hierbei handelt es sich um Kunstharzputze,
die sich hinsichtlich ihrer bauphysika-lischen Eigenschaften
von den mineralischen Putzen grundlegend unterscheiden. Dieser
Unterschied bezieht sich insbesondere auf den Feuchtigkeitstransport,
der bei mineralischen Putzen durch Kapillarität und Diffusion
und bei Kunstharz-putzen nur durch Diffusion erfolgt. Putzmörtel
erhalten ihre endgültigen Eigenschaften erst nach der Verarbeitung
durch verschiedenartige Vorgänge der Verfestigung (abbinden,
erhärten) am Baukörper, hingegen trocknen Beschichtungsstoffe
ausschließlich physikalisch.
Je nach Zusammensetzung und Dicke der Putze übernehmen diese
sowohl bauphysikalische wie auch gestalterische Aufgaben.
Dabei ist zu bemerken, dass Imprägnierungen, Versiegelungen
Spachtel- und Ausgleichs-massen Schlämmschichten und Anstriche
nicht als Putze zu bezeichnen sind. Ebenso sind auch Bekleidungen
aus großflächigen Fertigteilen, wie z.B. Gipskartonplatten,
nicht als Putze zu betrachten.
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Außenputz
Außenputze schützen die
Wand vor Witterungseinflüssen und erfüllen gleichzeitig
Anforderungen an die Gestaltung der Fassade. Der Putz muß
für erhöhte Beanspruchung im Außenbereich geeignet sein. Doch
kann der Putz nur seine Funktion in Zusammenhang mit baulich
konstruktiven Maßnahmen voll erfüllen. Dazu zählen u.a. genügend
Überstand von Fensterbänken etc. und ausreichen Dachüberstand
zum Schutz vor zu starker Beregnung.
Der optischen Gestaltung des Putzes sind keine Grenzen gesetzt
und werden durch den Oberputz erreicht. Die Gestaltung reicht
von einfachen Glattputzfassaden über Kratzputz, Spritzputz,
Münchener Rauhputz bis zu frei strukturierte Putzen (altdeutsche
Putze, Kirchenputze, Antikputze). Ausgeführt werden diese
Arten aus Baustellenmörtel (auf der Baustelle selbst angerührt)
bzw. Werktrockenmörteln (im Werk vorgefertigter Mörtel unter
Zugabe von Wasser) in den Mörtelgruppen I bis III. Schmuckelemente
wie Nuten, Gesimse, Umrahmung und Ornamente lockern das Erscheinungsbild
der Fassade auf.
Allgemeine Hinweise für
Außenputzarbeiten
Beachtung der einschlägigen DIN-Vorschriften,
insbesondere der DIN 18350 und der DIN 18550 sowie die anerkannten
Regeln der Putztechnik sowie ggf. die Merkblätter der Putzmörtelhersteller.
Anmeldung von Bedenken gegen die vorgesehene
Art der Ausführung an den Auftraggeber. Die Bedenken sollten
schriftlich angemeldet werden. Ist dieses nicht möglich, dann
sind die Bedenken dem Auftraggeber mündlich im Beisein von
Zeugen anzumelden.
Einhaltung der Standzeiten (z.B. Setzungen
im Putzgrund, ausgeführte Estrich- und Innenputzarbeiten,
Standzeiten der einzelnen Putzlagen).
Erst innen putzen, dann außen.
Nach Möglichkeit helle Putze verwenden, speziell auf wärmedämmenden
Putzgrund.
Ausblühungen, Verunreinigungen, Schalmittel
usw. entfernen bzw. unwirksam machen.
Breitere Fugen, Mauerwerksrisse, Mauerwerksanker
und Fehlstellen im Putzgrund schließen, Dehnungsfugen müssen
übernommen werden.
Ggf. Putzträger an die Fassade anbringen.
Nicht bei Frost bzw. auf gefrorenen Untergründen
putzen. Die ideale Temperatur zum Putzen ist eine Temperatur
von 16-22 °C bei bedecktem Himmel.
Keine Frostschutzmittel verwenden.
Werktrockenmörtel vor Feuchtigkeit schützen,
Baustellenmörtel vor Verunreinigungen.
Kontrollieren, ob der richtige Mörtel
geliefert wurde.
Nur mit sauberen Werkzeugen arbeiten.
Mörtel nur mit sauberem Wasser anrühren.
Bei Werktrockenmörtel dürfen keine weiteren Zusätze beigemischt
werden.
Nur soviel Mörtel anmischen, wie innerhalb
der Topfzeit verarbeitet werden kann. Im Abbindeprozeß befindliche
Frischmörtel nicht durch Wasserzugabe und nochmaliges Aufmischen
wieder verarbeitungsfähig machen, sondern verwerfen.
Innerhalb einer Fläche nur Mörtel einer
Lieferung verarbeiten.
Angetragener Frischmörtel vor starker
Sonne, Wind, Regen und dergleichen schützen.
Geforderte Putzdicken einhalten, ggf.
mehrlagig putzen.
Ansätze und Gerüstschatten vermeiden.
Verschmutzte Gerüstbretter, Fenster,
Türen, Geländer, unterseitige Dachüberstände usw. sofort mit
viel sauberen Wasser reinigen, ggf. vor Ausführung der Arbeiten
mit geeigneten Mitteln schützen.
Unfallverhütungsvorschriften beachten.
Innenputz
Innenputze werden in der Regel als Gipsputze
(Mörtelgruppe IV) ausgeführt und können als Untergrund für
Tapeten, Strukturputze oder sonstiger Wandbeläge dienen. Gipsputz
beeinflußt das Raumklima durch seine physikalischen Eigenschaften
günstig (Aufnahme und Abgabe von Wasserdampf). An stark beanspruchten
Gebäudeteilen wie Treppenhäusern, Keller, Bäder oder Feuchträume
kommen auch Putze der Mörtelgruppe I bis III zur Ausführung.
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Werktrockenmörtel
Werktrockenmörtel sind
in der DIN 18 557 reglementiert und beschreiben werkseitig
hergestellte Trockenmörtel, denen auf der Baustelle nur noch
das vom Hersteller vorgeschriebene Wasser zugesetzt wird.
Weitere Zusätze sind in der Regel nicht notwendig oder vom
Hersteller ausschließlich vorgeschrieben oder untersagt.
Die automatisierte Produktion stellt dabei ein Höchstmaß an
Qualität bei der Mischung aus Bindemittel und Zuschlagstoff
sicher. Viele dieser Mörtel unterliegen einer Fremdüber-wachung.
Die Vorläufer der heutigen Werktrockenmörtel waren die Edelputze,
die zunächst zur Gestaltung von Fassadenflächen als trockene
Mörtel werkseitig produziert wurden. Mittlerweile haben sich
neben den ursprünglichen Edel-, Stein- und Waschputzen auch
Trockenmörtel für den Unter-, Leicht-, Sanier- und Renovierungsputz
im Innen- und Außenbereich etabliert und Stellen den Stand
der Technik dar. Werktrockenmörtel sind schwerpunktmäßig für
die maschinelle Verarbeitung ausgelegt.
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Baustellenmörtel
Neben den werkgemischten Putzen und Werktrockenmörtel
besteht die Möglichkeit, vor Ort auf der Baustelle aus den
dort vorhandenen Bindemitteln und Zuschlagstoffen den Putzmörtel
herzustellen.
Diese Art der Putzmörtel wurden früher ausschließlich verwendet.
Heute werden sie noch bei der Sanierung von Stuckfassaden
eingesetzt und sind in der Regel bei der Baudenkmalpflege
vorgeschrieben.
Zur Herstellung dieser Mörtel auf der Baustelle dürfen die
Bindemittel nicht feucht und die Zuschlagstoffe müssen gegen
Verunreinigungen sauber gelagert werden. Bei dem Anmachen
des Mörtels ist darauf zu achten, dass immer eine gleichmäßige
Mörtelzusammensetzung gewährleistet sein muss. Die Eigenschaften
eines Putzes hängen nicht ausschließlich vom Mischungsverhältnis
des Mörtels ab, sondern von einer Vielzahl von Einflussgrößen,
denen der Putzmörtel während seiner Herstellung, Verarbeitung
und Erhärtung am Bauwerk unterliegt. Infolgedessen kann die
Putzqualität nicht nur anhand des Mischungs-verhältnisses
beurteilt werden. Für Zugarbeiten im Außenbereich gibt es
mittlerweile auch schon Werktrockenmörtel für Grob- und Feinzüge,
doch ist es wirtschaftlich aufgrund der langen Standzeiten
nach den Herstellervorschriften ( pro Milimeter 1 Tag) nicht
zweckmäßig diese zu verwenden.
Spritzbewurf
Jeder Putz soll - und das ist die am
häufigsten an ihn zu stellende Hauptforderung - dauerhaft
fest am Putzgrund, d.h. der zu verputzenden Fläche haften.
Das hängt nicht nur von der Art und Verarbeitung des Putzmörtels
ab, sondern vor allem auch von der Beschaffenheit und Vorbehandlung
des Putzgrundes, der den Putz aufnehmen soll.
Bei Außenputzen kommt der Grenzschicht zwischen dem Putzgrund
und dem Putz die Aufgabe zu, nicht nur das Gewicht des Putzes
zu tragen, sondern auch seine thermischen Längenänderungen
abzubremsen.
Es handelt sich dabei um recht erhebliche Beanspruch-ungen.
Schon allein wegen des Gewichtes des Putzes muß man dem Putzgrund
und seiner Vorbehandlung Aufmerksamkeit schenken, zumal ein
Putz sich an seinem unteren Ende nicht aufstützen kann. Der
Putz kann nur dann an seinem Untergrund haften, wenn er frei
von losen Teilen, Staub, Ausblühungen und anderer der Haftung
schädlicher Materialien ist und eine rauhe Oberfläche hat.
Jeder Außenputz ist den klimatischen Temperatur-schwankungen
direkt ausgesetzt. Er dehnt sich bei Erwärmung aus und zieht
sich bei Abkühlung zusammen. Da die Wärmedehnwerte des Putzes
nicht die selben sind wie die der verwendeten Wandbau-stoffe,
kommt es zu ständig wechselnden Spannungen zwischen dem Putz
und dem Putzgrund. Dabei wird die Putzhaftung nicht nur durch
die extremen Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter
beansprucht, sondern in erhöhtem Maße auch durch die an sich
geringen, aber täglich wiederkehrenden Tag- und Nachtdifferenzen,
die bei nicht wirklich fest haftenden Putz ein fast ununterbrochenes
Zerren der Putzschicht am Putzgrund bewirken.
Aus diesem Grund ist es wichtig, das der Putzgrund rauh genug
ist, um das Gewicht des Putzes abzufangen und die thermischen
Kräfte aufzunehmen.
Erreichen kann man die benötigte Verbesserung der Oberflächenbeschaffenheit
mit dem Aufbringen eines Spritzbewurfes aus grobkörnigen Zementmörtel.
Der Spritzbewurf bewirkt, sofern er richtig ausgeführt wurde,
eine gute Haftung und eine genügend rauhe Oberfläche für den
nachfolgenden Putzauftrag und das bei einer sehr schnellen
Austrocknung des Spritzputzes. Der Spritzbewurf muß gemäß
der DIN-Norm 18550 Putz (aus mineralischen Bindemitteln) mindestens
12 Stunden vor Beginn des eigentlichen Putzauftrages auf den
angenässten, von Staub, losen Teilen und sonstiger der Haftung
schädlicher Substanzen befreiten Putzgrund aufgetragen werden.
Allerdings ist die Trockenzeit des Spritzbewurfes von mindestens
12 Stunden in der Regel zu gering. Mit dem Auftragen des Putzes
darf erst begonnen werden, wenn man die vorstehenden Körner
nicht mehr mit dem Daumen wegdrücken kann. Der Spritzbewurf
soll nach der DIN-Norm 18550 vorwiegend aus Zementmörtel (MG
III) in einem Mischungsverhältnis von 1 Raumteil (RT) Zement
und 3 RT Kies (bzw. groben Sand) mit einer Korngröße von 0-4
mm bzw. von 0 - 8 mm beschaffen sein. Der Anteil des Grobkorns
soll möglichst groß sein. Dem Spritzbewurf darf zur Verbesserung
der Geschmeidigkeit 20 Gewichtsprozent des Zementanteils Kalkhydrat
zugesetzt werden.
Bei der Zugabe des Wasser ist darauf zu achten, daß beim Anwerfen
des Spritzbewurfes keine glasige Zementhaut an der Oberfläche
entsteht, die die Haftung der nachfolgenden Putzschicht beeinträchtigen
kann.
Ggf. ist der Wasseranteil zu verringern. Je nach Art
und Oberflächenbeschaffenheit sowie nach dem Verschmutzungsgrad
des Putzgrundes kann man einen vollflächig deckenden oder
einen warzenförmigen
(bei denen der Putzgrund noch durchscheint) Spritzbewurf aufbringen.
Die DIN-Norm 18550 schreibt vor, dass sowohl ein glatter Putzgrund
als auch ein schwach oder gar nicht saugender Putzgrund mit
einem Spritzbewurf zu versehen ist. Das Gleiche gilt auch
für Mauerwerk aus verschiedenen Baustoffen (sog. Mischmauerwerk).
Erfahrungsgemäß muß bei der Sanierung Berliner Altbauten jeder
Putzgrund an Außenfassaden vorgespritz werden. Bei Neubauten
ist im Zweifelsfall eine Beratung durch den Putzhersteller
einzuholen. Der Spritzbewurf ist keine Putzlage sondern dient
lediglich der Untergrundvorbereitung, um die saugfähigkeit
und/oder die Haftung des Untergrundes zu regulieren. Zu der
Putzdicke wird sie allerdings mit eingerechnet.
Unterputz
Der Unterputz (auch Grundputz genannt)
hat die Aufgabe, größere Unebenheiten der Wandkonstruktion
auszugleichen und im Außenbereich den geforderten Feuchtigkeitsschutz
sicherzustellen. Der Unterputz sollte eine gewisse Elastizität
besitzen, damit kleinere Druck- und Zugspannungen, die aus
Bewegungsvorgängen des Baukörpers oder der Putzschicht entstehen
können aufgefangen und abgeleitet werden können, ohne dass
sich Putzrisse bilden. Für Unterputze können Baustellenmörtel
der in der DIN 18 550 Teil 2 aufgeführten Mörtelarten verwendet
werden. Die Mischungsangaben sind dabei in Raumteilen angegeben.
Werktrockenmörtel nach DIN 18 557 erfüllen die Anforderungen
ebenfalls und sind den entsprechenden Putzmörtelgruppen gleichzustellen.
Für spezielle Untergründe, wie z.b. Mauerwerk aus hochporosierten
Ziegeln oder aus Porenbeton, haben sich bereits definierte
Unterputze (Leichtputze bzw. Leicht-Unterputze) etabliert.
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Oberputz
Der Oberputz ist die dekorative und strukturgebende
Putzlage eines Putzsystems. Beim Innenputz bildet der Oberputz
die feinkörnige, geglättete oder gefilzte Deckschicht, die
eine evtl. Rauhigkeit des Unterputzes ausgleicht. Im Allgemeinen
bildet der Oberputz im Innenbereich auch den Träger weiterer
Beschichtungen oder Wandbeläge. Beim Außenputz stehen das
optische Erscheinungsbild sowie gestalterische und dekorative
Elemente im Vordergrund. Die technische Funktion bzw.
die bauphysikalische Anforderungen eines Außenputzes beinhaltet
die Widerstandsfähigkeit gegenüber mecha-nischen und witterungsbedingten
Beanspruchungen.
Wegen der wechselseitigen Beanspruchung aus der thermischen
Belastungen muss der Oberputz über eine gewisse Elastizität
verfügen, um evtl. auftretende Spannungen überbrücken zu können.
Des Weiteren trägt
der richtige Aufbau der gesamten Putzschicht entscheiden dazu
bei. Nach Art der Bindemittel lassen sich die Ober-putze in
zwei große Hauptgruppen einteilen wobei die Übergänge fließend
sind: Kunstharzgebundene Putze und mineralische Putze
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Sockelputz
Außensockelputze müssen ausreichend fest
sein, wenig wassersaugend und widerstandsfähig gegen kombinierte
Einwirkung von Feuchtigkeit und Frost.
Bei Putzen aus Mörteln mit mineralischen Bindemitteln müssen
die Mörtel bei der Prüfung eine Druckfestigkeit von mindestens
10 N/mm2 erreichen. Sockelputze auf Mauerwerk aus Steinen
der Druckfestigkeitsklasse 6 und niedriger können jedoch auch
Mörteln mit hydraulischen Bindemitteln hergestellt werden,
die mindestens 5 N/mm2 erreichen und die Anforderung an wasserabweisende
Putzsysteme erfüllen. Im Zuge der Beseitigung von Feuchteschäden
im Sockelbereich wird oftmals nur der unmittelbar geschädigte
Putz über dem Terrain abgeschlagen und durch einen Zementputz
(MG III) erneuert. Sofern die Ursachen der Feuchtigkeitsschäden
nicht gleichzeitig mit beseitigt werden , wird in der Regel
zwar der Sockelbereich durch den dichten Zementmörtel abgedichtet;
weiterhin aufsteigende Feuchtigkeit wird jedoch zwangsläufig
innerhalb der Außenwand weiter nach oben steigen, bis oberhalb
des sanierten Sockelbereiches wiederum Verdunstung möglich
ist.
Die zuvor im Sockelbereich beseitigten Feuchteschäden werden
damit erneut, nur diesmal in höheren Bereichen auftreten (Zusätzliche
Maßnahmen im Sockelbereich). Häufig ist es auch zweckmäßig
spezielle Sanierputze als Sockelputz aufzubringen, und zwar
dann, wenn Schadsalze nicht vollständig entfernt bzw. in schwer
lösbare Verbin-dungen umgewandelt werden können und der Feuchte-transport
in der Außenwand nicht unterbunden werden kann. Sanierputze
sind so aufgebaut, daß die weiterhin anfallenden Schadsalze
nicht an der Putzoberfläche auskristallisieren, sondern vielmehr
innerhalb des Sanierputzes nahe der vorhandenen Außenwand
angesammelt werden.
Hierzu ist eine entsprechende Porenstruktur (großer Luftporenanteil)
des Putzes erforderlich. Es muß aber ausdrücklich darauf hingewiesen
werden, daß das aufbringen derartiger Sanierputze keine endgültige
Schadensbeseitigung ermöglicht, sondern vielmehr diese Putze
nur eine wesentlich längere Lebensdauer als übliche Putze
haben, wenn weiterhin Feuchte- und Salzbeanspruch-ungen auftreten.
Sanierputz
Sanierputze werden auf
im Querschnitt durchfeuch-teten Wänden aufgebracht, also z.b.
bei aufsteigender Feuchtigkeit in der Sockelzone von Außenwänden,
in übrigen häufig auf den Innenseiten von Kellerwänden.
Der Sanierputz erscheint an der Oberfläche trocken. Durchfeuchtungen
und Salzausblühungen sind nicht zu beobachten. Dies wird durch
hydrophobierende Zusätze im Mörtel, die den kapillaren Wassertransport
reduzieren, erreicht. Sie besitzen eine erhöhte Wasserdampfdiffusion.
Diffusionsdichte Anstriche und Beschichtungen dürfen auf Sanierputze
nicht aufgetragen werden. Die Feuchtigkeit aus der Wand verdunstet
innerhalb des Sanierputzes. Die im Wasser gelösten Salze aus
der Wand kristallisieren in den Putzporen aus. Sind die Poren
mit Salzen ausgefüllt, wird der Sanierputz, wie jeder andere
Putz auch, durch den Kristallisationsdruck abgesprengt. Um
diese Zerstörung möglichst weit hinauszuzögern haben Sanierputze
ein besonders großes Porenvolumen.
Bei der Herstellung werden Luftporenbildner zugesetzt, durch
die kugelförmige Poren im Putz entstehen. Sanierputze sind
durch keine DIN-Norm reglementiert.
Eine Klassifizierung erfolgt durch die WTA-Richtlinie
2-2-91 Sanierputze sowie deren Ergänzung 2-2.99. WTA ist die
Abkürzung für Wissentschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft
für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege. Bei der Verarbeitung
sollte man darauf achten, dass nur Sanierputze verwendet werden,
die dieser WTA-Richtlinie entsprechen und durch Prüfzeugnis
belegt werden. Neben der Verarbeitung von Sanierputzen an
feuchte- und salzgeschädigten Bauwerken sollten noch flankierende
Maßnahmen zur Mauerwerkstrockenlegung und zur Verhinderung
weiterer Zuführung von Feuchtigkeit und Salzen durchgeführt
werden. Sanierputze sind keine Wundermittel; sie haben ihre
Grenzen. So kann er bei drückendem Wasser nicht verhindern,
dass die Oberfläche des Putzes feucht wird und das Wasser
durchdringt. Auch bei nichtdrückendem Wasser und bei einem
sehr hohen Salztransport aus dem Untergrund in den Sanierputz
werden die Luftporen nach und nach ausgefüllt. In den gefüllten
Poren wirkt sich dann der Salzdruck genauso zerstörend aus
wie in anderen Putzen auch. Hierzu sind jedoch sehr große
Salzmengen erforderlich.
Ein Sanierputz mit einer Dicke von 20 mm kann
ca. 2 bis 6 kg Salz pro m2 aufnehmen. Vor dem Auftrag des
Sanierputzes ist meist ein warzenförmiger Spritzbewurf erforderlich,
der, je nach Hersteller, ca. 50% des Untergrundes bedecken
soll. Je nach Untergrund kann es sinnvoll sein, einen Grundputz
(Ausgleichsputz) zum Ausgleichen von Vertiefungen und Unebenheiten
aufzubringen.
Gleichzeitig dient er als Salzspeicher bei besonders hohem
Versalzungsgrad. Der Sanierputz sollte mindesten 20 mm dick
sein.
Er kann ein- oder mehrlagig aufgetragen werden.
Die einzelnen lagen müssen mindestens 10 mm dick sein. Diese
Mindestdicke ist unbedingt auch dann einzuhalten, wenn Sanierputz
als Oberputz (Deckputz) verwendet wird. Sollten Eckschutzschienen
an den Ecken angebracht werden, sind nur Schienen aus edelstahl
zu verwenden.
Auf alle Fälle sollte nur ein Sanierputz eines System-herstellers
verwendet werden, dessen Sanierputz nach WTA-Richtlinie zertifiziert
sind. Die Verarbeitungsrichtlinien und die Technischen Vorschriften
sind einzuhalten. Dies gilt insbesondere für die Standzeiten
der einzelnen Putzlagen untereinander (ca. 1 Tag pro mm Putzdicke)
sowie das Mischverfahren. Die Mischzeiten sind aufgrund der
Luft-porenbildner, die die Luftporen auf physikalisch-mechanische
Weise während des Mischens bilden unbedingt einzuhalten. Sollten
die Mischzeiten nicht korrekt eingehalten werden, können sich
die notwendigen Luftporen nicht in ausreichender Zeit bilden
und die Lebensdauer des Sanierputzes verkürzt sich.
Kunstharzputze
Kunstharzputze sind organisch gebunden
und in der
DIN 18 558 (Kunstharzputze) beschrieben. Diese Putze bestehen
zu ca. 82% aus mineralischen Materialien (Quarz, Marmor oder
Kalkstein), zu ca. 10% aus Wasser und zu ca. 8% aus Bindemitteln
unter Zusätzen von Dispersionen, Additiven und Konservierungsmitteln.
Diese Zusammensetzung kann durch die Korngröße, Struktur und
je nach Hersteller variieren und dient lediglich als Orientierungshilfe.
Die mineralischen Bestandteile besitzen überwiegenden Kornanteil
>0,25 mm. Kunstharzputze stehen mineralischen Putzen der Mörtelgruppe
II und III in ihrer Festigkeit gegenüber Druck-, Zug- und
Reibungsanspruch nicht nach. Aufgrund ihrer Elastizität eignen
sich Kunststoffputze besonders gut zur Endbeschichtung auf
Wärmedämm-verbundsystemen, weil sie sich den thermisch bedingten
Formänderungen der Dämmplatten besonders gut anpassen. Entgegen
der allgemeinen Auffassung sind Kunstharzputz witterungs-
und UV-beständig sowie dampfdiffusionsoffen. Ob Pastell- oder
Intensiv-farbtöne läßt sich jeder Farbton problemlos herstellen.
Kunstharzputze können auf nahezu sämtlichen, richtig vorbehandelten
Untergründen hergestellt werden. Sie trocknen physikalisch,
d.h. durch die Verdunstung des enthaltenen Dispersionsmittels
durch Wasserabgabe und sind bei 20 °C nach ca. 6 Stunden griffest
und nach ca. 14 Tagen durchgetrocknet. Kunstharzputze werden
seit ca. 40 Jahren verarbeitet.
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Siliconharzputz
Die Siliconharzputze gehören zu der Gruppe
der Kunst-harzputze und sind wie die Silikatputze hinsichtlich
Anforderung, Zusammensetzung und Verarbeitung durch keine
DIN-Norm geregelt. Siliconharzputze bestehen aus unterschiedlich
hohen Dispersions- und Siliconharzanteilen. Infolgedessen
sind Siliconharzputze hinsichtlich des Diffusionsvermögens
mit Mineralputzen und hinsichtlich der wasserabweisenden Wirkung
mit Kunstharzputzen vergleichbar. Chemisch gesehen sind Siliconharzputze
zwischen den rein anorganischen und den organischen Beschichtungsstoffen
einzuordnen. Siliconharzputze weisen im Vergleich zu mineralischen,
silikat- oder kunstharz-gebundenen Putzen die besten physikalischen
Eigenschaften auf und haben, und ähnlich wie die Silikatputze,
in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Hinsichtlich
ihrer Strukturvielfalt haben sie sich in der Praxis bewährt
und genießen einen hohen Stellenwert. Im Vergleich marküblicher
Produkte zeigt sich, daß nur hochwertige Siliconharzputze
(hoher Siliconharzanteil) den hohen Anforderungen hinsichtlich
der Wasserabweisung bei gleichzeitig sehr hoher Wasserdampfdiffusionsfähigkeit
gerecht werden können.
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Mineralische
Putze
Putze aus mineralischen Bindemitteln
gemäß DIN 18 550 werden in die Putzmörtelgruppen PI (Kalkputz)
bis P IV (Gipsputz) eingestuft und als mineralische Putze
bezeichnet. Mineralische Putze sind:
Kalkputz
Kalkgipsputz
Kalkzementputz
Zementputz
Gipsputz
Gipskalkputz
Aufgrund ihrer mineralischen Eigenschaften
werden silikatgebundene Putze umgangsprachlich auch als Mineralputz
bezeichnet.
Kalkputz
Kalkputze werden in der Denkmalpflege
zur Sanierung historischer und denkmalgeschützter Fassaden
eingesetzt. Da Kalkputz zu der Mörtelgruppe I gehört, muß
der Unterputz entsprechend auf den Kalkputz abgestimmt sein.
Bestandteile des Kalkputzes sind gelöschter Kalk und Sand
oder Weißkalkhydrat und Sand mit geringen Zusätzen von Weißzement.
Der wesentliche Vorteil des Kalkputze besteht in der ausgesprochen
guten Wasserdampfdiffusionsfähigkeit. Kalkputze erhärten chemisch,
das bedeutet, daß sie sich durch Carbonatisierung verfestigen.
Um chemisch zu reagieren braucht Kalk Wasser. Dieses bezieht
er aus dem Anmachwasser. Das überschüssige Anmachwasser verdunstet.
Kalkhydrat (Ca(OH)2 ) reagiert unter Abgabe von Wasser (H2O)
und Aufnahme von Kohlendioxid (CO2) zu Calciumcarbonat (CaCO3);
auch Kalkstein genannt. Diesen Vorgang bezeichnet man als
Carbonatisierung. Kalkhydrat nimmt dabei an Volumen zu und
füllt den vorhandenen Raum zwischen den Zuschlagstoffen aus.
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Kalkzementputz
Kalkzementmörtel können je nach Anwendungsgebiet
und Anforderungen aus grauem oder weißen Portlandzement hergestellt
werden. Als Zuschlagstoff wird Sand verwendet. Für die Erhärtung
von Zement ist Wasser erforderlich, welches in den Calciumsilikathydraten
gebunden wird.
Das Wasser ist notwendig, um die nadelförmigen Kristalle entstehen
zu lassen.
Es entsteht Zementstein., der sehr fett ist. Er umhüllt die
Zuschlagstoffe mit einer festen Schicht und bindet sie zusammen.
Je nach Wasserangebot ist die Form der Kristalle unterschiedlich
in Länge und Dicke. Die Form der Kristalle hat einen großen
Einfluß auf die Erhärtung des Putzes sowie auf dessen Helligkeit.
Bei der Härtungs-reaktion entsteht außer Hydratphasen auch
das alkalische Calciumhydroxid, welches für die gute korossionshemmende
Wirkung des Zementes verantwortlich ist.
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Zementputz
Der Zementputz entspricht der Mörtelgruppe
P III und besitzt eine Druckfestigkeit von mindestens 10 N/mm2.
Überwiegend werden Zementputze der Mörtelgruppe PIII a eingesetzt,
wobei diesen Zementputzen bis zu 0,5 Vol.% Kalkhydrat zugesetzt
wird. Dadurch kann die Maschinen-gängigkeit und Verarbeitbarkeit
verbessert werden. Eingesetzt werden Zementputze der Mörtelgruppe
PIII a vorwiegend als Sockelputz, als Kelleraußenwandputz
oder auf Wänden, die unter starker mechanischer Beanspruchung
stehen.
Die Mörtelgruppe PIII b beschreibt reine Zementputze und wird
bei konstanter Wasserbelastung (z.B. Säurebäder, Schwimmbecken,
Trinkwasserbehälter und dgl.) eingesetzt. Auf Untergründen
mit geringer Festigkeit sind Zementputze aufgrund ihrer Eigenspannung
ungeeignet, da Hohlstellen, Abplatzungen und Schädigungen
des Putzgrundes zu erwarten sind.
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Gipsputz
Die DIN 18 550, Teil 2 unterscheidet
zwischen Gipsmörtel, Gipssandmörtel, Gipskalkmörtel oder Kalkgipsmörtel.
Gipsputze sind Mörtel der Mörtelgruppe IV und eignen sich
als Wand- und Deckenputze für sämtliche Innenräume, die nicht
dauernder Feuchtigkeitsbelastung ausgesetzt sind. Gipsputz
sind in der Lage, die anfallenden Oberflächen-feuchtigkeit
aufzunehmen und bei klimatischen Änderungen wieder abzugeben.
Demgegenüber sind sie gegen Spritzwasser und ständige Durchfeuchtungen
empfindlich. Gipsputze eignen sich besonders gut bei erhöhten
Anforderungen in Bezug auf lot- und fluchtgerechte Flächen
und/oder wenn diese Flächen anschließend mit Stuck-marmor
oder anderen Stuckverzierungen versehen werden sollen.
Nach DIN 18 550 ist eine Putzdicke von 10 mm ausreichend und
eine Mindestputzdicke von 5 mm zulässig. Einlagige Gipsputze
sind rationell, leicht und zeitsparend herzustellen. Die gleichmäßigen
Eigenschaften der zu verwendeten Gipse ermöglichen die zuverlässige
und fachgerechte Verarbeitung. Aufgrund der Tatsache, dass
diesen Mörtel nur noch Wasser zugegeben werden muss, ist das
Risiko von Mischfehlern oder falschen Mischungsverhältnissen
auf ein absolutes Minimum reduziert bis ausgeschlossen.
Gipskalkputz
Gipskalkputz besteht aus einer Mischung
von etwa
1 Teil Gips, 1 Teil Kalk und 3 bis 4 Teilen Sand. Nachdem
der Gipsbrei angerührt wurde, wird der separat angemachte
Kalkmörtel zugegeben.
Als Werktrockenmörtel entspricht der Gipskalk-Maschinenputz
der Mörtelgruppe P IV nach DIN 18 550.
Die Verarbeitung ist ähnlich wie beim Gips-Maschinenputz;
der Mörtel lässt sich mit den herkömmlichen Gipsputz-maschinen
verarbeiten.
Die Putzdicke sollte 10 mm betragen. Die Konsistenz wird in
Abhängigkeit zum Untergrund so eingestellt, dass der Putz
eine gute Standfestigkeit besitzt und sich trotzdem noch gut
verarbeiten lässt.
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Silikatputz
Silikatputze sind kaliwassergebundene
Beschich-tungen,
die durch einen Kunstharzanteil organisch vergütet sind. Neben
dem Bindemittel Kaliwasserglas werden Silikatputzen (je nach
Hersteller) unterschiedlich hohe Anteile an Dispersionen zugegeben.
Durch diese Zugabe wird die Farbtonstabilität sowie die Haftungseigenschaften
verbessert. Bei der Zugabe des Dispersionsanteil orientieren
sich die meisten Hersteller an der DIN 18 363, in der die
Zusammensetzung der Dispersions-Silikatfarben geregelt wird.
Dies bedeutet in der Praxis, daß Silikatputze maximal 5% Massenanteil
an organischen Bestandteilen, bezogen auf die Gesamtmenge
des Beschichtungsstoffes, enthalten. Silikatputze zeichnen
sich durch eine gute Wasser-beständigkeit und Dauerhaftigkeit
aus. Das Brandverhalten von Silikatputzen ist in Prüfbescheiden
geregelt. Besonders hervorzuheben ist die hohe Wasserdampfdurchlässigkeit
von silikatgebundenen Beschichtungssystemen. Deshalb werden
Silikatputze und -farben schwerpunktmäßig in der Baudenkmal-pflege,
aber auch als Schlußbeschichtung auf Wärmedämmverbundsystemen
eingesetzt. Silikatputze erhärten physikalisch (unter Verdunstung
von Wasser) und chemisch durch die Aufnahme von Kohlendioxid
aus der Luft.
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Leichtputz
Leichtputze sind Putze mit geringer Festigkeit
und geringem Elastizitätsmodul (E-Modul; Materialkennwert
für die elastische Verformbarkeit eines durch Druck oder Zug
beanspruchten Baustoffes). Sie sind also leichter und voluminöser
als klassische Putzmörtel. Leichtputze sind in der DIN 18
550, Teil 4 reglementiert.
Sie enthalten mineralische oder organische Leicht-zuschläge.
Die Druckfestigkeit wird auf 2,5-5,0 N/mm2 eingegrenzt. Entwickelt
für hochwärmedämmende Untergründe, werden Leichtputze für
Porenbeton, porosierte Ziegel, Bims- und Hüttenbetonsteine,
Mischmauerwerk und Wärmedämmverbundsysteme und andere Leichtwandbildner
eingesetzt.
Wichtig ist, dass der Aufbau des Putzsystems auf die mechanischen
und physikalischen Eigenschaften der Leichtputze und der Oberputze
abgestimmt wird, und dass auf Leichtputzen mit organischen
Zuschlägen keine lösemittelhaltigen Beschichtungen aufgebracht
werden. Leichtputze neigen bei Trockenförderung stärker zur
Entmischung und können sich elektrostatisch aufladen.
Sie wirken auf den ersten Blick hochpreisig, bezogen auf den
Materialpreis.
Demgegenüber sind Leichtputze bei der Verarbeitung zwischen
10 und 20% leichter, was sich sowohl bei der maschinellen
als auch manuellen Verarbeitung bemerkbar macht. Durch den
günstigen E-Modul lassen sich einerseits höhere Schichtdicken
auftragen und andererseits kritische, zur Rissbildung neigende
Untergründe besser verputzen. Außerdem sind Leichtputze sehr
geschmeidig, lassen sich deshalb gut aufziehen und ggf. nacharbeiten.
Infolge der Leichtzuschläge und/oder Luftporen sind Leichtputze
sehr diffusionsoffen und erfüllen damit bauphysikalische Anforderungen.
Nach dem Rabbotieren oder Aufrauhen stellen sie einen idealen
Untergrund für dekorative Deckputze oder Anstriche dar. In
der gleichen Zeit erreicht man mit Leichtputzen eine höhere
Quadratmeterleistung und der ursprüngliche höhere (Material)preis
wird durch höhere Ergiebigkeit ausgeglichen.
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Edelputz
Edelputz ist ein mineralischer Werktrockenmörtel
zur Herstellung von Oberputzen. Edelputze sind bereits werkseitig
wasserhemmend oder wasserabweisend eingestellt und besitzen
gleichzeitig eine hohe Wasserdampfdiffusionsfähigkeit. Je
nach Anforderung und Einsatzgebiet können Edelputze in weiß
oder bereits werkseitig eingefärbt und in verschiedenen Putzstrukturen
angeboten werden. In Abhängigkeit des Untergrundes, der Witterungsbedingungen,
der Putzdicke und Struktur können eingefärbte, mineralische
Edelputze zur Fleckenbildung neigen.
Dies stellt allerdings keinen technischen Mangel dar und beeinflußt
die Funktion des Deckputzes nicht.
Mit einem Egalisationsanstrich können diese Flecken beseitigt
werden. Dabei werden allerdings auch die Poren geschlossen.
Die Verarbeitung der Edelputze kann sowohl maschinell oder
manuell erfolgen. Edelputze werden seit über 100 Jahren erfolgreich
angewendet.
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